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Irgendwie will der Artikel hier nicht so recht reinpassen, da ich ansonsten immer über bereiste Millionenstädte schreibe. Aber ich habe das Gefühl, dass ich hier doch etwas zum Reiseziel Gran Canaria – genauer gesagt den Süden (Maspalomas, Playa del Ingles) – loswerden muss. Eine Reisewarnung 🙂 Dass ich dort auf verhältnismäßig viele „überwinternde“ deutsche Rentner treffen würde hatte ich einkalkuliert und akzeptiert.

Eine Reise kann nach hinten losgehen

Ende Oktober hatte ich Urlaub und wollte für ein paar Tage ins Warme. Genau hier fangen die Herrausforderungen schon an: Wohin, wenn man für 5-6 Tage nicht 8 oder 10 Stunden im Flugzeug verbringen will. Es bleiben letzen Endes die Kanaren. Ich entschied mich für Playa del Ingles.
Vorweg – das Hotel das ich gebucht hatte – Gold by Marina – war super. Tolle Zimmer, tolles Personal viele nette Menschen in meinem Alter und – eigentlich – eine tolle Lage.

Aber warum eigentlich?
Das Hotel lag 10 min vom Strand, 10 Miunten vom größten Einkaufs- und Nightlife-Zentrum Yumbo, 10 Minuten vom CC Kasbah und 5 Minuten vom CC Cita. Ideale Voraussetzungen. Doch im Oktober ist dort nur noch wenig los. Das dachte ich zunächst. Nachdem ich aber mit mehreren Kellnern, Angestellten von Diskos, Bars und Clubs gesprochen habe muss ich revidieren – Anscheinend ist dort generell nicht mehr viel los.

Die Läden der Einkaufszentren stehen zum Teil zur Hälfte leer – und das anscheinend auch zur Hauptsaison. Die Einwohner und Einwanderer, die diese Läden betreiben (und vermutlich für viel Geld anmieten) kämpfen dort mit den „familienfreundlichen“ All-Inclusive-Anlagen um die Gunst der Touristen. Und verlieren immer mehr. Ich habe an 5 Abenden nicht einmal eine halbvolle Bar gesehen. Sporadisch verirrt sich eine kleine Gruppe in die Lokalitäten und verschwindet in der Regel sehr schnell wieder. Am besten besucht war jedenfalls die Irish-Pub ähnliche Bar in der Nähe des CC Kasbah – vermutlich wegen der Karaoke-Show und eines anwesenden Jungesellenabschieds.

Da ich nur 5 Tage ausspannen wollte, war das für mich dann auch okay.

Das Essen – ein Lichtblick in San Fernando

Da es in den CC leider nur europäischen Einheitsbrei gab, meist von eingewanderten europäischen Betreibern, entschied ich mich längere Wege zu gehen, um etwas lokale Kulinarik zu erleben. Durch Zufall entdeckte ich eine kleine, charmante Tapas-Bar im Norden von Playa del Ingles, genauer gesagt in San Fernando. Die Tapas Bar Capaco.

Dort gibt es – wie der Name vermuten lässt – spanische und kanarische Tapas. Die Bar ist sehr klein und war erstens gut besucht und zweitens fast komplett vorreserviert. Die Wände sind voller Dankesbekundungen der Gäste, die schon hier waren. Hier habe ich ein paar Fotos gemacht:

Im Nahhinein erfuhr ich, dass dieser Stadtteil eher von den Einheimischen bewohnt wird. Das hätte ich mir denken können…

Soll ich nach Gran Canaria?

Wenn Ihr mehr erleben wollt, als das All-Inclusive, dass es überall gibt – bleibt weg von den Gran Canaria. Außer euch ist der Rest von Europa zu kalt – für ein paar Tage geht es schon. Einmal die Dünen von Maspalomas mit dem feinen Saharasand ansehen und ein kurzer Ausflug zum Vulkan – ansonsten in der Sonne liegen. Am Pool oder Strand. Die Dachterasse des Bohemia Suites & Spa ist sehr nett gemacht, aber es gibt von dort leider nicht viel mehr zu sehen, als weitere Hotels. Schade.

Tipp: Vielleicht sieht es in Las Palmas im Norden besser aus. Dort befindet sich eine Universität. Vielleicht gibt es mehr Einheimische, die nicht 16 Stunden am Tag für die Touristen arbeiten und dadurch mit einhergehend ein besseres Unterhaltungsangebot am Abend. Ein Versuch wäre es wert, wenn es doch nach Gran Canaria gehen soll. Sagt mir Bescheid! 🙂

Falls sich jemand von Gran Canaria Tourismus hierher verirrt: Es tut mir leid! Es gibt sicher noch gute Gründe, Gran Canaria zu besuchen – an mir sind diese wohl leider vorbei gegangen.

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Dieser Artikel wurde von Jens verfasst.